Was, wenn es gar nicht so schwer sein muss?

Hast du dich schon einmal dabei ertappt, wie du dich an etwas abmühst? Wirklich kämpfst? Es immer wieder versuchst? Ich verstehe das. Nicht alles funktioniert sofort. Anstrengung ist wichtig. Dranbleiben ist wichtig.

Aber manchmal ist mehr Anstrengung nicht die Antwort. Manchmal ist es sogar sehr klug, aufzuhören, so sehr zu kämpfen. Denn Dinge dürfen leicht sein. Wenn etwas natürlich fließt, wenn es sich leichter anfühlt, dann ist es oft mehr im Einklang mit dem, was gut für uns ist.

Und das Leben wird angenehmer, wenn du Energie freisetzt, die sonst in ständiges Bemühen fließt — und einen Teil davon einfach ins Sein investierst. Du fühlst dich besser. Leichter. Mehr bei dir selbst.

Aber wie macht man das eigentlich? Es ist ja nicht so, dass wir einfach alle Erwartungen loslassen und uns treiben lassen können. Unser Verstand wird uns weiterhin erzählen, was wir tun sollten, was wir wollen sollten und wie Dinge auszusehen haben.

Der erste Schritt ist also Bewusstsein. Wahrzunehmen, wo du dich sehr anstrengst. Wo du kämpfst. Wo sich Dinge schwer anfühlen. Und dann ganz vorsichtig zu fragen: Ist das noch der richtige Weg? Und was passiert, wenn ich kurz innehalte und für einen Moment hinhöre?

Ich habe das in meinem eigenen Leben mehr als einmal erlebt. Über Jahre hinweg habe ich sehr hart versucht, eine Anstellung als angewandte Wissenschaftlerin in einem In-vitro-Pharmakologielabor in der privaten Wirtschaft zu bekommen. Es hat nie geklappt. Ich habe auch sehr versucht, mich in einer Beziehung glücklich und zufrieden zu fühlen. Das hat ebenfalls nicht funktioniert. Und das sind waren keine leichten Erkenntnisse.

Aber etwas hat sich verändert, als ich aufgehört habe, Dinge in Formen zu pressen, von der ich dachte, sie müssten so sein. Als ich anderen Möglichkeiten Raum gegeben habe, als ich meinen Griff gelockert habe, begannen sich die Dinge zu bewegen.

Der richtige Job kam — tatsächlich was es so, dass die Firma mich angerufen hat.
Und der Mann, mit dem ich heute mein Leben teile, ist auf eine Weise in mein Leben getreten, die ich nie hätte planen können.

Und das ist es was ich meine, wenn ich sage, dass die Dinge leicht sein dürfen.
Lange Zeit habe ich geglaubt, dass nur Sachen wertvoll sind, für die ich hart gearbeitet habe. Wenn es keine Anstrengung gekostet hat, zählte es nicht. Ich habe mich nur dann vollständig gefühlt, wenn ich mich wirklich angestrengt und verausgabt habe. Das ist ein schwerer Glaubenssatz.

Was ich heute anders sehe, ist das: Das Leben ist nicht gegen dich. Es gibt Dinge, die durch Anstrengung entstehen — und es gibt Dinge, die sich entfalten, wenn du aufhörst, sie zu erzwingen. Manchmal ist der kraftvollste Schritt nicht, noch mehr zu kämpfen, sondern innezuhalten, zu beobachten und dem zu folgen, was sich lebendig anfühlt.

Bist du schon einmal an eine Grenze gestoßen?
Wer entscheidet dann, wie es weitergeht?

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Loslassen und Freiheit finden